Einführung

Saarländisch – das gibt ’s gar nicht! Das Saarland ist nämlich zweigeteilt – sprachlich jedenfalls!
Im Nord-Westen spricht man moselfränkisch. Ein Dialekt, der in der Südeifel eher verstanden wird als im südöstlichen Saarland. Dort spricht man rheinfränkisch, was wiederum mit dem Pfälzischen und  dem (Süd-)Hessischen mehr verwandt ist als mit dem Moselfränkischen.
Früher war die Sprachgrenze sehr scharf. Noch heute spricht man in Völklingen rheinfränkisch, wenige Kilometer weiter westlich in Bous moselfränkisch. Die Grenzen verwischen jedoch zunehmend. Außerdem hat über die Jahrzehnte eine Ausweitung des rheinfränkischen Dialekts in Richtung Nordwesten stattgefunden, vgl. [5].
Weitere Informationen zum „saarländischen" Dialekt mit Landkarte: hier auf Rainer Freyers hervorragenden Saar-Nostalgie-Seiten.
Zusätzlich zur Einordnung rhein-/moselfränkisch gibt es regionale Unterschiede: In der Kernstadt Saarbrücken heißt es „Schtroßebahn“, 5 km weiter in Dudweiler „Schtroßebohn“. (In Dudweiler kann man auch "De Monn mit da long Stong" bewundern – aber das nur nebenbei.) Verschiedene Anfragen oder Hinweise deuten darauf hin, dass es Begriffe gibt, die in einem kleinen Kreis (Familie, Verwandtschaft, Clique) entstanden sind und nur dort verwendet werden. Ich bitte um Verständnis, dass dazu keine Auskunft geben kann und solche Wörter nicht in mein Wörterbuch aufnehme.
Das vorliegende Wörterbuch behandelt überwiegend das rheinfränkische „Saarbrigger Platt“, so wie es in Saarbrücken gesprochen und oft als "Oxford-Saarländisch" bezeichnet wird. Bei der Auswahl der Worte konzentriert sich das Wörterbuch auf typische Begriffe, die meist nicht einfach abzuleiten sind. Auf eine Übersetzung von „normalen“ Wörtern (wie z.B. „gudd“ = gut) wird weitgehend verzichtet.
Am Ende des Wörterbuchs sind ein paar Links zu weiteren saarländischen Wörterbüchern aufgeführt. Dort findet man auch Links zu verschiedenen historischen Wörterbüchern und Lexika. Wenn man dort nach schlägt, wird man überrascht sein, wie viele Begriffe nicht nur im Saarländischen, sondern auch in "verwandten" Sprachräumen vorkommen oder vorkamen.
Für diejenigen, die sich außerhalb des Internets weiterbilden möchten, gibt es dann noch ein paar Verweise zur gedruckten Literatur und zu den für dieses Wörterbuch verwendeten Quellen.

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A


abbdrigge

wörtlich: „abdrücken“: hohen Aufwand betreiben oder etwas reichlich übertreiben mit dem bewussten oder unbewussten Ziel zu prahlen
“Määnsch, driggt der abb!“ (Mensch, der übertreibt’s aber / Mensch, gibt der aber an, eventuell sogar „wie e Tuud voll Migge“!)

äbbes

s. ebbes

äbsch

beleidigt, eingeschnappt

ahngeschpuddsd

wörtlich: „angespuckt“ (s.a. schpuddse), nachlässig befestigt, insbesondere angenäht („Der doh Knobb waar joh nur ahngeschpuddsd“)

ähs

wörtlich: „es". Im Saarland sind alle weiblichen Personen sächlich, als z.B. "Es Petra" oder kurz: " 's Petra", s.a. "'s"

all(e)gebodd

immerzu, ständig, immer, in jedem Moment; "De Bus kommt allgebodd."

alleh

von französisch "allez!, los, auf geht's oder in Verbindung mit „dann": bis demnächst

alleh-hopp!

los geht’s, vorwärts! Schlachtruf der Faaseboodse; vom Französischen „allez!“

allemool

alle Mal (nachdrückliche Bejahung)

als

immer; „De Siggi is als se spääd!“

alsemoh(l)

manchmal, ab und zu: „Mir fahre alsemoh aach an de Middersheimer Weiher.“

Ametze

Ameisen

anne

entlang

arisch

arg, sehr: „Ich hann arisch kalt."

Arschkratzer

Hagebutte der Kartoffelrose

Arwett

Arbeit, „Das do is e schwer Arwett."

Äschegruddler

Jemand, der in der Asche (im Müll) wühlt, s.a. gruddele

Äschetonn

Mülltonne („Aschentonne“)

Auleh

Diminutiv (Kose-/Verkleinerungsform) des Eigennamens „August“; meist abwertend verwendet: „Was iss’n das fier e Auleh!“

aweil oder eweil

jetzt: „Aweil is awwer Schluss!“

B


babbe

kleben („pappen“)

Babbe

Papa

babbisch

klebrig: „Gemmer mohl ens vonn Deine babbisch Guddsjer!“

Babbsagg

abfällige Bezeichnung für einen ungepflegten Menschen

Bach mache

Pipi machen: „Mama, isch muss emohl e Bach mache!“

Baddsch

Schlamm, man kann auch „strahle wie Badsch-Ähmer“

Baddschkabb

Mütze, meist flache Schirmmütze: „Hasche schunn moh de Heinz Begger ohne sei Baddschkabb gesiehn?“

Bagasch

Bagage (französisch) wörtlich also: Gepäck
im übertragenen Sinn: Gesindel, Pack

bajaasche

in Eile herum rennen

Ballawer

Palaver, aber auch Lärm, Krach, auch im Sinne von Ärger, Streit.
"Mach nidd so e Ballaver!" mach nicht so einen Lärm!
"Mid'm Heinz gebbds immer nur Ballaver." Mit Heinz gibt es immer nur Streit

Bangerd

Bankert; Schimpfwort: Auf-Der-Bank-Gezeugter

bähre

„bären“: weinen, brüllen

Bäredregg

Lakritz („Bärendreck“)

bawwere

(ver)beulen; s.a. „verbawwerd

Beggo-Guddsjer

kleine, flache, quadratische Karamelbonbons der französischen Firma „Becco“ (s.a. Guddsje)

berabbe

bezahlen (berappen)

Berschmannsguddsjer

graue, quaderförmige Kräuterbonbons: „Bergmannnsbonbons“ (s.a. Guddsje)

Beddseicher

Löwenzahn; aus dem Französischen: „pisse-en-lit“, s.a. hier, Punkt 2a

bibb

müde, erschöpft, abgeschlafft. „Noh'm Schogging bin ich immer so bibb."

Bibbes

männliches Geschlechtsteil; oft auch in Zusammenhang mit erkältungsbedingtem Unwohlsein genannt:
"De Kall hat sich de Bibbes verkiehlt."

Bibbelschesbohnesupp

Suppe aus klein geschnittenen Bohnen

Bietzjer

kleine Haarzöpfe

bizzele

kribbeln, prickeln

Blagge

Flecke (Placken)

Bläddsch

ursprünglich: flaches Holz zum Schlagen der Wäsche; Klatsche; insbesondere „Miggebläddsch

Bloospid (von Moolschd)

wörtlich: Blas-Pit von Malstatt (Stadtteil von Saarbrücken)
Unbekannter oder jemand, dessen Namen man nicht nennen will. Antwort z.B. auf die Frage: „Mit wemm gehd’n ’s Gerdrud seid dem leddschde Sonndach?“

bluddse oder bluzze

hart arbeiten, ranklotzen

Blunds(e)

Blutwurst, aber auch Schimpfwort für eine hässliche Frau

Bobbelsche

(süßes) Baby

Boberd

Käfer, insbesondere Mistbobert

Bomb

wörtlich: Bombe; Synonym für die Literflasche Bier, die es im Saarland bis Ende 2002 gab

bossele

basteln, Handarbeiten machen, vom französischen „bosseler“

Breddulje

Bredouille, Verlegenheit, Bedrängnis, Schwierigkeit

Bremm

Ginster; vgl. „Goldene Bremm“ (Grenzübergang in Saarbrücken zu Frankreich)

Brieh

Brühe; oft in der Redewendung verwendet: "Doh kommt die Brieh deirer wie die Brogge!"
(Da kommt die Brühe teurer als die Brocken - Hinweis auf wenig kosteneffektives Handeln)

Bruddsch

Gesichtsausdruck bei wenig fröhlicher Grundstimmung; "Was zieschde heid widder fier e Bruddsch."

bruddschele

brutzeln, kochen (im weitesten Sinn)

bruddse

schmollen; nicht zu verwechseln mit „brundse“!

Bruddsegg

Schmollecke

brundse

pinkeln

Buddigg

boutique, französisch für Laden: hier in der Bedeutung: Haus, Wohnung oder Zimmer in verwahrlostem, heruntergekommenen Zustand. "Das neie Haus vom Klaus is e rischdische Buddigg."

Buwerollser

Mädchen, das sich mit Jungen abgibt, vgl. Rollser

Bux oder Buggs

Hose, „Mach emol die Bux zu, wenn De mit de Leit schwätschd".

C


Cremeschniddsche

wörtlich: Cremeschnittchen; Renault 4CV, französischer Kleinwagen der 1950-er Jahre. Der Name deutet auf die damals häufig anzutreffende Farbe des Autos hin, s.a. hier

D


Daach X

5. Juli 1959: Tag der (wirtschaftlichen) Rückgliederung des Saarlandes ins Bundesgebiet; Währungsumstellung Französische Francs in Deutsche Mark, s.a. hier

Daale oder Daarle

St. Arnual (Stadtteil von Saarbrücken); die Bezeichnung ist ähnlich wie Dengmert für St. Ingbert eine Verballhornung von Sankt Arnual und hat entgegen oft geäußerten Meinungen nichts mit Tal zu tun.

dabber oder dabba

schnell, „Mach dabber! Sonschd is de Bus ford."

dabbisch

tapsig

däderlich

wenig gewürzt bis geschmacksneutral

Dibbe

Topf

Dibbelabbes

eine Art Kartoffelpuffer, eines der vielen saarländischen Nationalgerichte. Dippelappes wird im Gegensatz zum Schaales auf dem Herd in der Pfanne bereitet und nicht im Herd. Durch das ständige Rühren und Wenden zerfällt die Masse in einzelne Stücke (Form ähnlich dem Kaiserschmarren). „Mei Mudder hat immer de Dibbelabbes mit Speck gemacht."

Dirmel

Dummkopf

dirmelisch

schwindlig, verwirrt; "Uff de Bersch- und Talbahn wird merr’s immer so dirmelisch."

Dochdermann

Schwiegersohn, altsaarländisch. „Em Paul sei Dochdermann hadd sisch e neies Modorrad kaaf."

doh

da; nachgestellt auch: dieser, diese. "Der Mann doh hadd sei Hudd vergess." Dieser Mann (da) hat seinen Hut vergessen.

Doofiensche

Verkleinerungsform von (Renault) Dauphine, in den 1950er/1960er Jahren im Saarland ein weit verbreiteter Pkw, Nachfolger des Cremeschnittchens

Doofleh

Dummkopf; Gegenteil von Schlauleh

Doole

Wasserabfluss, Kanal-Sinkkasten

Doolewutz

„Schwein“, das sich vornehmlich im Doole aufhält und deshalb besonders schmutzig ist oder sich besonders schweinisch verhält

driwweliere

tribulieren, (zur Eile) drängen, treiben

Drohschele

Stachelbeeren

Duddel

Kurbel, "Em Paul sei Audo laaft wie e Duddeldibbsche."

duddele

drehen, kurbeln

dummele

sich beeilen. „Dummel Dich, demidd merr nidd se spät kumme."

duschder

düster, finster

dussma

langsam; französisch: „doucement“. „Jetz mach emohl dussma!“

Duudsekeppsche

zarte Berührung Stirn an Stirn zwischen zwei sich nahe stehenden Lebewesen, insbesondere Erwachsener - Kleinkind als spielerischer Beweis der Zuneigung

E


ebbes (auch äbbes)

etwas, „Haschde ebbes scheenes kaaf?"

ei

einleitender Laut, wie "nun" oder "na" im Hochdeutschen zur Betonung oder zur Darstellung der Selbstverständlichkeit. "Ei joh, nadierdlisch" oder "Ei, wie gehd's?" (oft auch nur "Ei?")

Eiterklitzje

wörtlich: Eiterklötzchen“, fester Schleimauswurf.
Zum Lösen des Schleims können Berschmannsguddsjer helfen. Besonders krass ist es, wenn ein Eiterklitzje von der „sibbt Sohl“ stammt.

eweil

jetzt; s. aweil

F


Fäng

Schläge, Prügel

Faaseboodse

Jemand, der uff die Faasenacht geht und sich „verboodst“ (verkleidet)

Faasenacht

Fastnacht; „’s iss Faasenacht, die Kiechelscher werre geback!“

Fiedsje

s. Viedsje

Fissääl

Schnur, Bindfaden (vom französischen „ficelle“), auch besonders dünne Form des französischen Weißbrots

Fixfeier

altsaarländisch für Streichholz, um „fix" Feuer zu machen.

Flabbes

Narr, Depp; „Die mache de Flabbes mit ’m!“

Fladdschniggel

ungehobelter Mensch ohne Manieren, Tolpatsch

Fläggersche

kleines Feuer

Flemm

depressiver Gemütsverfassung, antriebslos,  „schlecht drauf" sein";
französisch (umgangssprachlich) „avoir la flemme": zu faul oder zu träge sein, etwas zu tun

Flitzebohe

selbstgebasteltes Kinderspielzeug zum Bogenschießen

flubbe

rauchen

Fregg oder Freck

Erkältung; „Isch hann die Fregg." Ich bin erkältet.

Freggerd

Lausejunge

fohdse

Unsinn reden, spinnen

Fohdser oder Fohdsniggel

jemand, der „fohdst“

ford

fort, weg („Geh ford!“: „Kaum zu glauben!“ oder auch „Lass es gut sein!“)

Fubbes

Blödsinn, Unsinn: „Mach kä Fubbes!“
Kinkerlitzchen: „Was haschde doh widder fier e Fubbes kaaf!“
aber auch: Wagenschmiere

G


Galljer

„Gallier“; Hosenträger. „De Kall hadd Angschd, dass'm ohne Gallje die Bux runner rudschd."

Gängler

Hausierer

Gääs

Geiß, Ziege

Gääsegischdere

wörtlich: Ziegengicht; „Doh kennt isch joh die Gääsegischdere krien!“: Da könnte ich ausflippen/ausrasten!
lt. [2] auch Angst, Furcht, vgl. Gieschdere

gebluzzd

angestoßen „Denne gebluzzde Abbel maan isch nedd!“

geggisch

verrückt, töricht (entspricht dem „jeck“ im Kölner Raum)

geggisch Ohder

„verrückte Ader“, Nervenstrang am Ellbogen, der bei Stoß Kribbeln auslöst

Geheischnis

Ort, an dem man sich wohl und geborgen fühlt

Gellerieb

Gelbe Rübe, Karotte

genn (Verb)

wörtlich „geben“, wird im Sinne von „werden“ gebraucht: „De Klään muss noch gebaad genn“ oder „Das gebbt nix meh!“

Gequellde

Pellkartoffeln

Geiß

Ziege; andere Aussprache: Gääs

Gewwel

Giebel, auch Bezeichnung minderwertigen Tabak, der in Notzeiten am Giebel wuchs

Gieschdere

Gicht, Zipperlein; lt. [2] auch Angst, Furcht

Gimms

Heißhunger; "Isch hann manschmool so e Gimms uff Schoggolaad ."

Gneschd

Knecht; meist synonym für Junge / Bube verwendet
“Hascht joh reschd, mei Gneschd!“

Good

Patentante, „Mei Good gebbd mer an Neijohr immer e Wiggelgrans."

Graddel

s. Kraddel

grad salääds

"gerade zuleid(s)": jetzt erst recht, zum Trotz

grameddschele, Grameddschler

nörgeln, Nörgler

Grauwurscht

Salami; „graue Wurst“

grimmelwiedisch

sehr wütend, cholerisch;
bekannt über die Grenzen des Saarlandes hinaus ist die große Dame Elfriede Grimmelwiedisch

Grimmes

(grober) Stock

Grind

Wundschorf

griwwele

kratzen, sich jucken
“Ali, kumm runner ins Café Bagasch! Do huggt e kleener Nescher unn griwwelt sich am… (weiter von vorne)“

Grub

„Grube", Bergwerk (in NRW: Zeche)
"De Gerd hadd frieher uff de Grub geschafft."

gruddele

stochern, wühlen

Grummbeer

"Grundbirne", Kartoffel

Grummbeerkieschelscher

Kartoffelpuffer; nicht zu verwechseln mit Dibbelabbes!

Gruwe-Sengunge

Grubensenkungen (Gelände-Einsenkungen, verursacht durch den Bergbau)

Guddsje

- Bonbon; Übersetzung von französisch „bon“ ( = gut);
- “S’Guddse“, legendäres Ausflugsschiff auf der Saar;
- Adapter ("Puck") beim Schallplattenspieler, um bei fehlendem Mittelstern Singles auflegen zu können

Gummer

Gurke, scherzhaft auch für Nase

H


Haarzbagge

Schimpfwort: jemand, der (Fenner) Harz an der Backe hat

Haarzkrämer

unseriöser Geschäftsmann

Haarzschmier

eingedickter Rübensaft als Brotaufstrich, bekannt ist das „Fenner Harz

Häbsche

Nachttopf

Halskaul

"Halskuhle"; Genick, „Isch schlahn Dir in die Halskaul." (s.a. Kaul)

hämele oder verhämele

verwöhnen, trösten, gut zureden, streicheln

Hartfießer

frühere Bezeichnung für Bergleute, die ihren langen Weg zum Arbeitsplatz zu Fuß zurücklegten

Hawe

Topf, abgeleitet von „Hafen". „Mei Bruder hadd frieher ganzer Hawe voll Gequellde gess."

Hemm

Heim; „Isch hann die Flemm, isch will hemm!“

Hewwel

Hebel, Grobian oder auch dicke Scheibe Brot.
„Was haschde doh widder fier e Hewwel vum Brod abgeschnidd!"

Hibbelheissje

Kinder-Hüpfspiel. Dabei wurden mit Kreide auf dem Asphalt oder mit einem Stock auf der Erde rechteckige Felder gezeichnet, die in einer bestimmten Reihenfolge erst auf zwei Beinen und dann auf einem Bein abgesprungen werden mussten. Die Reihenfolge wurde durch das Platzieren eines Kieselsteins im entsprechenden Feld bestimmt. Bei einem Wurf außerhalb des gewählten Feldes oder beim Übertreten der Feldlinien musste der Teilnehmer aussetzen und der Mitspieler kam an die Reihe. Gewinner war, wer zuerst alle vereinbarten Felder erfolgreich "durchhüpft" hatte.

Hitt

(Eisen-)Hütte, „De Fons hatt uff de Burbacher Hitt geschafft.“

holle (Verb)

holen; oft im Sinn von nehmen gebraucht; „De Kall kann esse sovill er will, er hollt iwwerhaupt net ab“ oder „Er hatt sich’s Läwe geholl“.

Hoorische

Klöße aus rohen Kartoffeln

Huddel

Ärger, Schwierigkeiten, "Middem neie Nachbar hann mir nix wie Huddel".

hugge

hocken, setzen: „Huggen Eich!“ Nehmen Sie doch bitte Platz!

Hundsärsch

wörtlich: Hundsärsche; Mispelschnaps

Hupp

Hinterteil, After, s.a. hier, Punkt 3". „Ich tapp Dir in die Hupp."

Huwwel, huwwelisch

kleine Erhebung bzw. uneben: „Die Strooß is ganz scheen huwwelich“

I


innewensisch

inwendig, innen, drinnen

iwwerzwerch

überdreht, ausgeflippt, übermütig
Wortstamm: zwerch
s.a. Theater Überzwerg, Saarbrücken

J


jäh

weg. „Am Ausgang hammer ne noch gesiehn, awwer dann warer jäh."

Jochnachel

Dummkopf, Sturkopf, ungeschickter Mensch, Quälgeist s.a. hier
Künstlername der Faasenachtsfiguren Jääb und Julanda Jochnachel

Johannisbeebsche

Marienkäfer

Jubbe

(Männer-)Jacke, von französisch jupe (Rock). „Häng dei Jubbe doh graad iwwer de Stuhl."

K


Käbber(d)

„Köpfer“; Kopfsprung; „De Paul macht sogar e Käpper vom Finfer.“

Kaffeekisch

Kantine einer Grube, s.a. hier

Kaffeestiggsche

Kaffeestückchen; Plunder, „Teilchen“

Kaltnaggisch

wörtlich „kalt-nackend“; mundartlich für Herrensohr (Ortsteil von Dudweiler)

Kannel

(Dach-)Kandel, Dachrinne

Kabb

Mütze, s.a. Baddschkabb; „Vergess dei Kabb nidd!“
Sprichwörtlich als Ausdruck der Verwunderung oder Überraschung auch in:
"Legg misch in die Kabb geschiss!"

Kabbes oder Kappes

Weißkohl, oder auch Unsinn. „Schwädds nidd so e Kabbes!"

Käschde

(Ess-)Kastanien

Kaul

Kuhle, Vertiefung, Grube (s.a. Halskaul, Lähmkaul, Sandkaul, Mischdkaul)

kenn meh ... meh

kein mehr, wird in der saarländischen Mundart doppelt verneint. „Ich hann kenn meh Geld meh."

Kerb

s. Kirb

Kiechelscher

„Küchelchen“, Krapfen oder Berliner, vorwiegend zur Faasenacht
"S'iss Faasenacht, s'iss Faaesenacht, die Kiechelscher werre geback!
Unn wenn mei Mudder keh Kieschelscher backd, dann peif' merr uff die Faasenacht!"

Kibbe

Kippe; Zigarette; „Haschde mohl e Kibbe fier misch?“

Kipp

(illegale) Mülllagerstätte

Kipparsch

Wolf (wundes Gesäß); meist in Verbindung mit der Redewendung "sich einen Kipparsch laufen" gebraucht
s.a. hier

Kippsche(r)

Nippel, Brustwarze(n)

Kirb

Kirmes, Jahrmarkt; selten: Periode, Regelblutung
("S' Maria hatt widder die Kirb", s. a. hier, Punkt 2)

Kleebsche

Pfeife, „'m Edeltraud sei Vadder haschde nie ohne sei Kleebsche gesiehn."

Kligger

Klicker, Murmel

Klitzje oder Kliddsje, ’s Klitzje stelle

jemanden ein Bein stellen; „Isch bin nur hingefloh, weil der Saubangerd mir’s Klitzje gestellt hatt.“

kloor

lustig, witzig, interessant, klar;
"Das iss e kloorer Kerl." Aber auch: "Der doh iss nemmeh gans kloor im Kobb."

Kneschd

s. Gneschd

Kniesje

Endstück vom Brotlaib

Koob

Krähe, oft auch als Schimpfwort für ältere Frauen verwendet: "Die ald Koob."

Kraddel

Der Schritt einer Hose, „Die Kraddel von deiner Bux hängt joh in de Kniekeehl!“

Knoddel

Kotballen von Tieren, besonders von Schwein, Pferd, Schaf, Ziege, Hasen
"Ich erschieß' Dich mit 'rer Sauknoddel!" sagte Mariannes Schwiegervater, wenn er wütend war, zu seinem Sohn

Krachelscher

Croutons

Krahne

Wasserhahn; „Isch hann so Durscht, ich kennt de ganse Krahne leer saufe!“
Krahnewasser (oder auch „Krahneburger“)
Leitungswasser

Krott

Kröte, „Frieher hann mir am Schlammweiher Krotte gefang."
aber auch scherzhaft auch für kleine Mädchen; aus dem Französischen „petite crotte“ (wörtlich „kleiner Hundehaufen“; danke für den Hinweis, Jean!)

Krotze

Obst-Kerngehäuse; insbesondere „Abbelkrotze“

Kutzekopp

Kaulquappe

L


läädisch

leidig, mutlos; auch „de Lääde hann“

Lähmkaul

Lehmgrube (s.a. Kaul)

Lamäng, aus de

ohne Vorbereitung oder besondere Übung, vom Französischen Artikel „la main". „Das mach’ isch alles aus de Lamäng."

läppsch

läppig, fad im Geschmack, einfach (zu bewerkstelligen) oder auch schlaff

laddse oder latze

sich genüsslich satt essen, sich laben; s. auch hier
„Beim Christel seinem Geburdsdaach hann mir uns so rischdisch gelatzt."

lehne

(ver-)leihen; "Kannschde mir mohl dei Modorsäh lehne?"

linse

hervor oder hinüberblinzeln, spicken

Lemmes, vom Lemmes gepiggt

vom Schaf(bock) gepickt: verrückt sein, nicht alle Tassen im Schrank haben

Lumbe

Lappen, von dem mittelhochdeutschen Wort für „Fetzen" abgeleitet. „Hol emol e Lumbe! Ich hann alles versuddeld."

Lumbekrämer

Altwarenhändler

Lyoner

geschützte geografische Ursprungsbezeichnung für saarländische Fleischwurst, s.a. hier

M


Määde

Mädchen

Määderollser

Junge, der sich mit Mädchen abgibt, vgl. Rollser

Mäggesjer

Kapriolen, Spirenzien

Maigibbs

Maikäfer

Migge

Mücke

Miggebläddsch

Fliegenklatsche (s.a. Bläddsch)

Miggefurz

„Mückenfurz“; Miniböller, meist auf einer Kette aufgereiht mit gemeinsamer Zündschnur

Mingo, schäler

Spottname für jemanden, der alles übersieht

mir

wir; „Mir sinn Saarbrigger unn schpiele Kligger...“ (⇒ vollständiger Text)

Mischbier

Bier mit Malzbier gemischt

Mischdkaul

Mistgrube (s.a. Kaul)

Molleh (de Molleh mache)

sich aufführen; „Mach hie nidd de Molleh!“

Moolschd

Malstatt (Ortsteil von Saarbrücken)

N


Naachdesse

Abendessen; „Mir hann noch nidd se Naachd gess.“

Nääds

Zwirn, wahrscheinlich von „Nähzeug". „Beim Kades kunnschde frieher all Sorde von Nääds kaafe."

Naube

Eigenarten, „Er hat äwe sei Naube."

näwenaus

fremd, im Sinne von „fremd gehen". „Wenn de näwenaus geschd, darfschde disch nidd verwiddsche lasse."

Nischdel

Nestel, Schnürsenkel

niddemols

nicht einmal; "Noh fünnef Bier kann de Stefan niddemols meh gradaus gehn."

niwwer

hinüber

O


Ochse-Au

"Ochsen-Auge", Spiegelei

Oddschawell

Eau de Javel (Bleichmittel, früher bei der Jugend beliebt, um die Jeans zu bleichen)

ohrschärisch

armselig, hässlich, kümmerlich; vermutlich vom süddeutschen Wort „eingeschirrig" (Bauer war so arm, dass er nur ein Tier zum Einspannen hatte). „Eier Tannebaam is awwer arisch ohrschärisch."

of oder uff

auf, bei

Orwes, Orwesse

s. Urwes

P


pagge

packen, oft im Sinn von "schaffen". "Das Stigg Kuche doh pagg isch awwer nemmeh!"

Padd

Pate, Patenonkel; „De Gerd kriehd von seinem Padd immer scheene Geschengke."

petze oder sesammepetze

zusammen drücken; auch in Verbindung mit dem Auge: "S' Schannett had mier e Petz-Au zugeworf!"
(Jeannette hat mir zugezwinkert!); oft auch: Peetz-Au (lang gesprochener Vokal)

piddele (Verb)

knaupeln

Pieps

undefinierte, leichte Krankheit; oft auch abwertend und verhöhnend

Plafong

plafond, französisch für Zimmerdecke

Plümmo

plumeau, französisch für Bettdecke

Pohdsche

sozial und geistig Unterpriviligierter

Pööscho

Peugeot, französische Automarke

praddle (Verb) oder Praddler

Stuhlgang verrichten bzw. jemand, der seinen Stuhlgang verrichtet
(zu Deutsch: sch.... bzw. Sch...);
oft auch zusammengesetzt: "Dumm-Praddler" (jemand, der geistigen Dünn-Sch... absondert)

Penggel

Prenkel (Waschbütte)

Puddel

Jauche; oft auch verwendet, um bei anderen einen unqualifizierten Redefluss abzubrechen:
"Dreh ab, es kommt Puddel!"

Puddsche

Bündel, im übertragenen Sinne: kleine Menge

Q


Quer dursch de Gaade

Gemüsesuppe "quer" aus dem Garten, d.h. mit "allem"

R


rabbe

reiben

Rabbeise

Reibeisen

räddsche (Verb)

tratschen, klatschen, (anvertrautes Geheimnis) ausplaudern

rangse

knarren, quietschen, „Die Dier rangst schon widder. Do muschde mohl e Drobbe Eel draan mache."

raulisch

schlecht, übel; „Oh, mir iss aweil gans raulisch!“ „Das Esse hatt awwer zimmlisch raulisch geschmeggt.“

Reich

alle Bundesländer außerhalb des Saarlandes; Das Deutsche Reich in der Zeit, als das Saarland selbstständig oder an Frankreich angegliedert war.

Renno

Renault, französische Automarke

Riddo

rideau, französisch für Vorhang, Gardine

rischde (Verb)

vorbereiten, anrichten, (mental) einrichten. „Jedds kummt de Pidd doch nedd zum Esse, isch hann misch awwer egstra gerischd.“

riwwele

rubbeln, „Isch hann geriwweld wie verriggd und troddsdem iss de Dregg nidd abgang."

Rollser

jemand, der in einem kindlichen Alter, in dem das als uncool gilt, Umgang mit dem anderen Geschlecht pflegt, s. Buwerollser bzw. Määderollser

Rooschdwurschd

Bratwurst (vom Rost)

S


’s

das oder es, wird im Saarland als Artikel oder Personalpronomen für alle weiblichen Personen verwendet, da diese „per Definition“ sächlich sind. " 's Leonie kummt heid e bissje schpäder."

sääfe

"(ein-)seifen"; jemanden mit Schnee einreiben z.B. im Nahkampf bei einer Schneeballschlacht
"Wenn isch disch kriehn, dann sääf isch disch!"

Salz; im Salz leihe

noch eine Rechnung offen haben; „Der hadd’s bei mir noch im Salz leihe!“

Sandkaul

Sandgrube (s.a. Kaul)

Sässanoh

Cincano (italienischer Wermut); etwas verballhornte französische Aussprache

Schaales

großer Kartoffelpuffer im Gegensatz zum Dippelappes als Auflauf im Herd bereitet, eines der vielen saarländischen Nationalgerichte, vermutlich von „Schale" (- Kruste) abgeleitet. „Am liebschde ess isch Schaales."

Schammass

Tand, billiges Zeug

Scheesewähnsche

„Chaise-Wägelchen", kleiner „Stuhlwagen“ (chaise, französisch für Stuhl):
Kinderwagen oder seifenkistenartiges Gefährt
„Chaise" steht auch für eine kleine, einfache Kutsche mit Klappverdeck.

Schießdroht

dünner Draht, der im Bergbau zum Zünden von Sprengladungen ("Schießen") verwendet wurde

schiffe (Verb)

stark regnen; „Es heerd joh gar nemmeh uff se schiffe.“
pinkeln; „Isch muss mool dringend schiffe.“

Schilleh

Gilet, französisch für „Weste“

Schinoos

wörtlich: Schind-Aas (geschundener Tierkadaver); Schimpfwort für einen hinterlistigen, durchtriebenen, bösartigen Menschen (überwiegend für Frauen verwendet) - bei Kindern hatte der Begriff durchaus eine scherzhaft-liebevolle Bedeutung, vgl. Krott

Schlauleh

Schlaumeier; Gegenteil von Doofleh

Schleuder

Zwille (Katapult zum Verschießen von kleineren Steinen o.ä. mittels Y-förmiger Halterung und daran angebrachten Gummibändern);
scherzhafte Bezeichnung für ein nicht mehr ganz neues Auto

Schlimmer, Schlimmerbahn

Eisrutschbahn

schlimmere

(zum Spaß) stehend auf Eis gleiten

Schlobb

geflochtene Schleife

Schlohse

Hagelkörner

Schmier

„geschmierte" oder belegte Scheibe Brot. „Fier die Middachspaus holl isch mir immer e Schmier midd."

schnägisch oder schnäkisch

schneubisch, wählerisch, zu anspruchsvoll beim Essen

Schnägsches oder Schnäksches

Süßigkeiten

schnäge (Verb)

naschen, s.a. hier

schnatz

schick

Schnerr (uff die Schnerr gehn)

ausgehen (um etwas zu erleben), bummeln gehen

schnerre losse

abschnellen, etwas Vorgespanntes loslassen

Schniss

Mund

Schnurres oder Schnorres

Schnurrbart, Oberlippenbart

schoggele

schütteln, wackeln, schaukeln: „Uff derer Strooß wird ma ganz schee’ durschgeschoggelt!“

Schorschde; Schorschdefeescher

Schornstein; Schornsteinfeger, Kaminkehrer

Schpeis

Mörtel

schpienze (Verb)

wenig essen, im Essen herum stochern

Schpreeb

Starenvogel

schpuddse

spucken, s.a. ahngeschpuddsd

schroo

unansehnlich, unangenehm. „Der neije Wirt is rischdisch schroo."

Schtambes

gestampfte Kartoffeln, Kartoffelbrei

Schtigg

(Grund-)Stück, meist zum Obst- und Gemüseanbau zur Selbstversorgung genutzt

schtragg

steif, unbeweglich; auch im übertragenen Sinn: „De Gerd is ze schtragg, um mool die Kaffeemaschien sauwer se mache.“
betrunken: „Bei der leddchde Kirb ware mir allegar schtragg."

Schtragger

Kopfsprung: „De Klaus machd e Schtragger vom Finfer“;
aber auch: männliches Liebes- und Fortpflanzungsorgan in einem bestimmten Zustand

Schtrolle

Stoffwechselendprodukt in Würstchenform, nicht nur vom Hund

schtruddelisch

nachlässig, flüchtig

Schtruddelischkeitsfähler

Flüchtigkeitsfehler

schtruwwelisch

struppig (Haare) „Vom ville Wind sinn mei Hoor gans schtruwwelisch genn."

schwaade

verprügeln, vermutlich von „Schwarte". „Wenn das noch eenmool saschd, gebbschde geschwaad."

schwaduddle; Schwaduddler

dummes Zeug daher reden, schwätzen; Schwätzer

schwäddse

schwätzen, reden, „Bei uns dehemm wird nur Platt geschwäddsd."

Schwengker

Schwenkgrill für die Zubereitung z.B. eines Schwenkbraten oder Person, die den Schwenkgrill bedient
"Gott lengkd, de Saarlänner schwengkd."

Schwenkbroode

Schwenkbraten, saarländisches Nationalgericht

sellemohls

damals, früher, seinerzeit

Sießschmier

„süße Schmiere", Marmelade „'s Maagidd essd am liebschde Schlehe-Sießschmier."

Simp(e)le

Haare, die ins Gesicht fallen; „Pony“

so

umsonst, saarländische Währungseinheit. „Kenne mir das so kriehn odder misse mir ebbes defier bezahle?"

Sohl

Sohle, unterirdische „Etage“ (Stollen) in einer „Grub

Sohnsfraa

Schwiegertochter, altsaarländisch. „Em Renaade sei Sohnsfraa wohnd jeddds im Reich."

T


tappe (Verb)

gehen, laufen, treten; „Dem Gottleh geheert mohl kräffdisch in de Hinnere getappt!“

Tilltappes

Schussel, ungeschickter Mensch

tirengele

drängen, antreiben, nerven

Tohbadd

wie Tilltappes: Schussel, ungeschickter Mensch

Trauwele

(Wein-)Trauben

Troddwa

trottoir, französisch für Bürgersteig

Troddwa-Schwälbsche

Prostituierte

tungke

„tunken", etwas oder jemanden eintauchen. "De Oba muss sei Brood tungke, weil sei Gebiss kabudd iss."
runterhauen, Ohrfeige verabreichen. "Du krischd glei ähnie getungkt."

Tuud

Tüte; oft in Zusammenhang gebraucht: Vorwiddstuud oder „Der gebb joh ahn wie e Tuud voll Migge!

U


uff

s.a. „of“; auf

uffstiwwele

„aufstiften“, anstiften, aufwiegeln, aufhetzen

unnere

(meistens in inoffizieller) Untermiete wohnen. „Er unnert beim Karin."

UrPils

feinherbes Pils-Bier der größten Saarländischen Brauerei

Urwes oder Orwes

Essensrest auf dem Teller, „Bei der Schwiermudder muschede immer alles uffesse unn derfschd keh Urwese mache."

V


Vaddersches unn Muddersches

Kinderspiel Vater und Mutter

verbawwerd

verbeult; vgl. bawwerre „’m Fons sei Audo is ganz scheen verbawwerd.“

verboodse

sich insbesondere an der Faasenacht verkleiden; "Duhschde Disch dies Johr gar nedd verboodse?"

verdrillert

(in sich) verdreht, insbesondere bei Fäden, Garnen, Seilen u.ä., so dass diese kaum noch zu entwirren sind

vergliggere

„verklickern“, erklären

vergraddele

sich heftig bemühen, eine Arbeit zu erledigen, dabei aber durch hektisches Vorgehen ineffektiv bleiben

verhämele

s. hämele

verkassemaduggele

hinters Licht führen, verprügeln. „Ich glaab, de Gängler wollt uns verkassemaduggele."

verkrumbele

zerknittern, zerknäulen; „Dei Bux iss awwer verkrumbelt!"

vernebbe

verneppen, täuschen, „Vernebb Dich do mol nitt!“

versuddele

verschütten, „De Kleen hadd widder alles versuddelt.“

verwiddsche

erwischen

Viedsje

Beule, insbesondere am Kopf; "De Gisberd hadd sisch de Kobb gestoos und hadd jedds e gans scheeenes Viedsje."

Vieds

Vietz, Apfelwein

Vorwiddsttuud

wörtlich: Vorwitztüte (s.a. Tuud), vorwitziger, neugieriger Mensch

W


Wackes oder Wagges

Wackerstein oder Wacke;
Nichtsnutz, Herumtreiber, Strolch; abwertend für Elsässer und Lothringer im Allgemeinen, s. z.B. hier

Wälljerholz

Nudelholz

Wegg

Weck, Brötchen

widder

wider, gegen; „De Kall hat die Kurv nidd kridd und is dann widder de Baam gefahr.“

Wiggelgrans

Wickelkranz (eine Art Hefekuchen)

Wippsche

Spaßeinlage, Ulkerei

Wirdschafd

Gastwirtschaft

wurgse

würgen „Mei Vadder hadd sich beim Esse verschluggd unn mussd dann arisch wurgse."

wurres

wirr, verwirrt, durcheinander

X


Xangsverein

Gesangverein, sonschd hammer doh niggs!

Y


Yesses, do hammer ah niggs!

Z


Zabbe

Schluss, Ende, von Zapfenstreich, „Als misch de Herberd dann ah noch e Doofleh genannd hadd, doh war awwer dann Zabbe".
auch "zabbeduschder"; Zores, Ärger, Stunk, Schwierigkeiten


Sprüche


über saarländische Essgewohnheiten:


über saarländischen Eigenheiten:


Das Saarbrigger-Lied („Stadt-Hymne“)


Mir sinn Saarbrigger
unn spiele Kligger,
mir stemme die Bludwurschd midd ähner Hand!
Dass mir Saarbrigger sinn,
das siehd doch jedes Kind,
mir reiße Bähm aus, wo gar kenn sinn.

andere Wörterbücher und Infos im Internet


Literatur und Quellen


[1] Lehnert, Charly u. Bungert, Gerhard: So schwätze mir. Lehnert Verlag, Saarbrücken. ISBN 978-3-926320-09-4
[2] Braun, Edith u. Mangold, Max: Saarbrücker Wörterbuch. 2. Auflage, SDV Saarbrücker Druckerei und Verlag GmbH, Saarbrücken 1984. ISBN 3-921646-70-7
[3] Frank, Josef: Saarbrücker Mundart und die Bedeutung des Ortsnamen Saarbrücken. Gedruckt 1969 Hilger Sulzbach
[4] Kuntze, Erich: Studien zur Mundart der Stadt Saarbrücken (Lautlehre). Heft XXXI der Deutschen Dialektgeographie, herausgegeben von Wrede, Ferdinand, 1932. N.G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung (G. Braun), Marburg.
[5] Ramge, Hans: Dialektwandel im mittleren Saartal. Veröffentlichung des Instituts für Landeskunde im Saarland, Band 30, 1982, ISBN: 3-923877-30-7
[6] Bungert, Gerhard: Saarländisch - So schwätze unn so schreiwe mir. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken, ISBN 978-3-946036-51-7