Gruß und Kuss -

Die Rechtschreibreform und das scharfe S

 

Die Rechtschreibreform von 1996 ist eine Kapitulation vor der Rechtschreibschwäche im deutschen Sprachraum. Viele sind geneigt, dies so zu sehen und lehnen daher die Reform ab. Einige der neuen Regeln sind jedoch sinnvoll, weil logisch und daher einfach anzuwenden.

Leider, leider wird aber die Regel zum „scharfen S“ oder „Eszett“ trotzdem oft missverstanden. Wie oft erhalte ich E-Mails, auch von sog. Managern und von Doktoren, die ihr Schreiben mit freundlichen „Grüssen“ schließen. Oder viele Werbetexter meinen, Kleidung in allen „Grössen“ anbieten zu müssen. Und wie oft soll ich im Internet ein Fenster „schliessen“!

Nee, nee liebe Leute, anders als in der Schweiz schon vor vielen Jahren wurde bei uns mit der Einführung der neuen deutschen Rechtsschreibung (NDR) das scharfe S nicht abgeschafft:

Es gibt zwar literarische Ergüsse, aber nur freundliche Grüße!

Selbst wer im 17. Geschoss wohnt, ist vielleicht „nur“ 1,70 m groß.

Unterschied bemerkt? Es ist doch ganz einfach:

Wird der vorangehende Vokal  l a n g  gesprochen, folgt ein ß,
bei kurz gesprochenem Vokal ss – und zwar unabhängig davon,
ob ß/ss am Wortende stehen oder mittendrin.

 

Werden allerdings nur Großbuchstaben (Versalien) verwendet, muss man das scharfe S durch SS ersetzten, denn die NDR kennt keine Großschreibung des ß. Insofern darf man dann doch FREUNDLICH GRÜSSEN!

Wer’s genau wissen will, schaue hier nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Scharfes_S